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Wechseljahre - Wenn die Hitze kommt

An manchen Frauen gehen die Wechseljahre spurlos vorüber. Andere kämpfen mit starken Beschwerden. Was kann frau selbst für ihr Wohlbefinden tun?

Die Wechseljahre (Klimakterium) sind die Übergangsphase bis zum Ende der Fruchtbarkeit der Frau. Diese Phase spielt sich irgendwann zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr ab. Der Hormonabfall erstreckt sich im Schnitt über acht Jahre. Beschwerden treten normalerweise nur 4 bis 5 Jahre lang auf. Eine weitere positive Nachricht: 15 Prozent der Frauen durchlaufen diese Lebensphase ohne Therapie völlig beschwerdefrei. Die von Wechseljahressymptomen Betroffenen empfinden diese zu je einem Drittel als leicht, mittel oder stark.

Beschleuniger und Bremser
Zeitpunkt, Art und Schwere der Beschwerden sind von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Außerdem hat jede bis zu einem gewissen Grad selbst Einfluss darauf. Rauchen und hoher Alkoholkonsum verstärken die Beschwerden. Der Haupteinflussfaktor ist jedoch die genetische Anlage: von den ca. 1 Million Keimzellen pro Eierstock, mit denen der weibliche Körper auf die Welt kommt, werden während der fruchtbaren Jahre rund 400 Eizellen sprungreif. Wer das Glück hatte, mit etwas mehr ausgestattet worden zu sein, kommt erst später in die Wechseljahre. Bei Frauen mit Schilddrüsenerkrankungen oder hochdosierten Cortisondauertherapien beginnen die Wechseljahre meist früher. Auch die Körperfettmasse spielt eine Rolle: Obwohl die Östrogenbildung der Ovarien mit dem Klimakterium zum Erliegen kommt, sacken die Hormon-Spiegel nicht völlig ab. Denn auch Muskeln, Leber und vor allem das Fettgewebe können etwas Östrogen bilden. Was den Eintritt ins Klimakterium angeht, profitieren Frauen von ihren Speckringen.

Worunter Frauen am meisten leiden
Gehen die Eizellen zur Neige, entstehen auch keine Progesteron-produzierenden Gelbkörper mehr. Zu Beginn des Klimakteriums fällt als erstes der Progesteronspiegel ab. Da dies auch vor jeder Regelblutung geschieht, ähneln die erstenWechseljahresbeschwerden dem prämenstruellen Syndrom: gesteigerte Esslust, Reizbarkeit, Wassereinlagerungen. Das Leitsymptom des Klimakteriums sind jedoch Hitzewallungen. 80 Prozent aller Frauen mit Beschwerden leiden darunter. Vermutlich ist der Grund eine Fehlsteuerung im Thermoregulationszentrum des Gehirns. Kurzfristige Sollwertänderungen der Körpertemperatur führen selbst in kalter Umgebung dazu, dass die Blutgefäße weitgestellt und Schweiß abgesondert wird. Später im Klimakterium werden die psychosomatischen und vegetativen Symptome von organischen Veränderungen abgelöst: Der Körperfettanteil steigt, Hautdicke und -feuchtigkeit nehmen ab, Kollagenfasern bilden sich zurück. Wenn im Unterleib das Bindegewebe erschlafft, folgt der Uterus der Schwerkraft und drückt auf die Blase. Daher treten im Klimakterium die ersten Inkontinenzprobleme auf.

Behandlung hat gute und schlechte Seiten
Zwar kann die Hormonersatztherapie die meisten Beschwerden lindern, doch sie steigert die Gefahr von Brustkrebs und Herzkreislauferkrankungen. Eine Hormontherapie ist daher nur Frauen mit sehr starken Wechseljahresbeschwerden zu empfehlen. Wegen der hormonähnlichen Wirkung von Soja- und Rotklee-Präparaten, werden diese ersatzweise nachgefragt. Ihre Sicherheit und Wirkung ist jedoch noch nicht ausreichend untersucht. Anders sieht es bei den als Arzneimittel zugelassenen Phytotherapeutika aus. Keuschlamm-Präparate sind während des Progesteronabfalls sinnvoll. Blockbuster ist jedoch die Traubensilberkerze. Damit werden erwünschte östrogene Wirkungen an Knochen, ZNS und Herzkreislauf erzielt, aber keine Wachstumsimpulse an Brust und Uterus gesetzt. Die Wirkung wird erst nach 2 bis 3 Monaten spürbar. Die Dauereinnahme ist aber problemlos möglich.

Links im Internet
http://www.gesundheitsinformation.de  Informationsseite
http://www.bvf.de  Bundesverband der Frauenärzte e.V. zur Hormonersatztherapie

Foto: Deutscher Apotheker Verlag

Quelle: PTAheute, Christiane Weber

 


 
 
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