Bei akutem Schlaganfall besteht höchste Lebensgefahr. Darum ist es so wichtig die Symptome zu erkennen und sofort den Notarzt zu rufen.

Die 73-jährige Ingrid S. traf es wie der sprichwörtliche Schlag aus heiterem Himmel. Als sie die Kartoffeln für das Mittagessen schälte, wurde ihr schwindelig, dann gaben ihre Beine nach, und wenige Minuten später brach sie zusammen. Der Grund: ein akuter Schlaganfall. Ingrids Leben ist in höchster Gefahr: Schlimmstenfalls kann ein Schlaganfall innerhalb von Minuten zum Tod durch Atemstillstand führen.
Dritthäufigste Todesursache
Ein Schlaganfall wird auch als Apoplex oder Insult bezeichnet. Dabei führt eine Unterbrechung der Blutversorgung im Gehirn zu einem anhaltenden Ausfall von Funktionen des zentralen Nervensystems. Der Schlaganfall ist in Deutschland nach Herz- und Krebserkrankungen mit 15 Prozent aller Todesfälle die dritthäufigste Todesursache. Jährlich trifft 150.000 Menschen erstmalig "der Schlag" und rund 15.000 erleiden Rückfälle. Etwa 15 Prozent aller Schlaganfälle enden sofort tödlich. 50 Prozent der Betroffenen sterben innerhalb von sechs Monaten, 30 Prozent bleiben dauerhaft pflegebedürftig. Das Risiko für den Apoplex steigt mit dem Alter. Auch Veranlagung spielt eine Rolle. Weitere Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Rauchen sowie mangelnde Bewegung.
Sofort den Notarzt rufen!
Ingrid S. erlitt einen typischen Schlaganfall mit Benommenheit, Müdigkeit und darauf folgender Bewusstlosigkeit. In andern Fällen treten außerdem Übelkeit und Erbrechen auf, es kann zu Sprach- und Schluckstörungen sowie Gesichtsfeldausfällen kommen. Nach einem Stolpern oder anderen Ausfallerscheinungen besteht Verdacht auf einen Schlaganfall, wenn der Betroffene
- nicht lächeln kann,
- keinen vollständigen Satz sagen kann,
- seine Arme nicht mehr hochheben kann,
- eine beim Herausstrecken gekrümmte oder schief hängende Zunge hat.
Diese Symptome sind bei der viel häufigeren Kreislaufschwäche selten. Im Zweifel und bei Verdacht auf Schlaganfall sofort den Notarzt rufen! Im Krankenhaus wird abgeklärt, woher die neurologischen Ausfallerscheinungen kommen. Dazu wird eine Kernspintomografie des Gehirns durchgeführt. 85 Prozent aller Schlaganfälle sind ischämische Hirninfarkte.
Gewebe ohne Blutversorgung
Eine Ischämie besteht wenn die Durchblutung eines Organs vermindert oder durchbrochen ist. Sie entsteht durch Blutgerinnsel oder Ablagerungen der Gefäßwand, die eine Arterie verstopfen. Das Gewebe wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt und stirbt ab. Um die Blutgerinnsel aufzulösen, wird eine Lyse-Therapie durchgeführt. Die Lyse hemmt jedoch die Blutgerinnung, deswegen kann es zu einer Hirnblutung kommen, was die Lage weiter verschlechtern würde. Die Behandlung birgt Risiken.
Lähmung und Sprachstörung
Bald zeigtsich, wie schwer die Auswirkungen des Schlaganfalls sind. Häufig kommt es zur einseitigen Lähmung einer Körperhälfte. Weil die Nervenbahnen aus den beiden Hirnhälften kurz bevor sie das Hirn verlassen die Seiten wechseln, bedeutet rechter Hirnschaden eine Lähmung der linken Körperseite und linker Hirnschaden Lähmung der rechten Seite. Physiotherapeuten beginnen früh mit Übungen, um das Nervensystem wieder zu aktivieren und das Gehirn an die "vergessene" Seite zu erinnern. Eine weitere schwere Folge sind Sprachstörungen. Mit Hilfe der Logopäden gelingt es oft durch monatelanges Training die Sprache zurückzugewinnen. Sehstörungen, Schluckstörungen und Krampfanfälle sind weitere Folgen eines Schlaganfalls. Dennoch gibt es Hoffnung, denn das Gehirn kann sich zum Teil regenerieren. Ausgefallene Hirnregionen können ersetzt werden, immer mehr Funktionen werden von anderen Hirnbereichen übernommen. Dazu ist langes, geduldiges Üben nötig.
Links im Internet
www.schlaganfall-hilfe.de Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
www.kompetenznetz-schlaganfall.de Kompetenznetz Schlaganfall
www.paritaet.org/hochdruckliga Deutsche Hochdruckliga e.V. (DHL)
Foto: AOK-Mediendienst
Quelle: PTAheute, Dr. Bettina Hellwig
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