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Milch - Das Lebenselixier in weiß

Von Geburt an begleitet uns Milch als Nahrungsmittel durchs Leben. Sie enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Doch ist Milch nicht viel zu fett?

Wenn man von Milch spricht, denkt man in erster Linie an Kuhmilch (90 Prozent der Gesamtmilcherzeugung). Sie diente dem Menschen schon vor über 5000 Jahren als Nahrung. Stammt Milch von anderen Tieren wie Büffel, Ziege oder Schaf, muss ihre Herkunft auf der Verpackung angegeben werden. Das Drüsensekret ist mit allem ausgestattet, was für eine vollständige Ernährung notwendig ist. Zu etwa 87 Prozent aus Wasser bestehend, ist Milch reich an lebenswichtigen Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten sowie an Mineralstoffen, Vitaminen und Enzymen.

Gehaltvolles Getränk
Das Milchfett gilt als schneller Energielieferant und ist mit einem Anteil von bis zu 5 Prozent der am stärksten schwankende Inhaltsstoff. Rinderrasse, Fütterung, Haltung und Gesundheit der Milchtiere bestimmen den Fettgehalt. Im Gegensatz zu anderen tierischen Fetten gilt Milchfett als cholesterinarm. Mit technischer Hilfe lässt sich in Molkereien der geforderte Fettgehalt von Trinkmilch einstellen.
Fast alle Proteinbausteine, die der Organismus zum Umbau körpereigener Gewebe braucht, sind im Milcheiweiß (3,4 Prozent) vorhanden. Milchprodukte bieten daher die ideale Ergänzung zu pflanzlichem Eiweiß. Allerdings können Milchproteine auch Allergien hervorrufen.
Für einen lang anhaltenden Energieschub sorgt Milchzucker (4 bis 5 Prozent). Milchzucker (Lactose) kann nur verarbeitet werden, wenn das Enzym Lactase aktiv ist. Sonst tritt eine Milchzuckerunverträglichkeit auf. Lactose unterstützt die Calcium- und Magnesium-Aufnahme, hemmt Fäulnisbakterien im Darm und kann bei übermäßigem Verzehr den Stuhlgang beschleunigen.

Mineralstoffe
Der wohl bekannteste Inhaltsstoff der Milchist Calcium. Das Mineral ist vornehmlich an Knochen- und Zahnaufbau beteiligt. Laut den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist eine tägliche Calciumzufuhr von 1000 bis 1500 mg empfehlenswert, was sich bereits mit einem halben Liter Milch pro Tag zu zwei Dritteln abdecken lässt. In ebenfalls nennenswerten Mengen sind Magnesium und Natrium enthalten, verantwortlich für Muskelfunktionen, Flüssigkeitsaustausch zwischen den Zellen und Steuerung des Blutdrucks.

Spurenelemente und Vitamine
Spurenelemente enthält Milch nur in sehr geringen Dosen, dafür aber viele Vitamine. Im Milchfett sind Vitamin A, D, E und K gelöst, während sich sowohl Vertreter der B-Gruppe als auch Vitamin C in der wässrigen Milchphase aufhalten. vor allem bei der umfassenden Versorgung mit B2 und B12 kommt der weißen Flüssigkeit besondere Bedeutung zu.

Fett
Rohmilch die an die Molkerei geliefert wird, muss hohen Qualitätsanforderungen genügen. Sie wird aufbereitet und von Schmutzpartikeln befreit. Beim Zentrifugieren trennt sich die Magermilch vom Rahm und beide werden separat abgeleitet. Durch Zugabe von Milchfett kann der Fettgehalt genau dosiert werden (0,5 / 1,5 oder 3,5 Prozent). Wenig Fett bedeutet aber auch wenig Vitamine. Überschüssiger Rahm dient als Ausgangsstoff zur Butter- und Sahneherstellung. 

Hitze ist Gesetz
Um Krankheitserreger abzutöten und die Haltbarkeit zu verlängern, muss Milch erhitzt werden. Dazu gelten die Vorschriften des Mich- und Fettgesetzes, wonach Milch ohne Pasteurisieren nicht in den Handel gelangen darf. Lediglich Bauern ist es erlaubt, ihre Rohmilch unbearbeitet direkt ab Hof zu vermarkten. Zum Pasteurisieren wird die Milch 30 Sekunden auf 72 °C erwärmt. Die so entstandene Frischmilch ist gekühlt acht bis zehn Tage haltbar. Drei bis vier Monate lässtsich H-Milch lagern, die vier Sekunden auf 135 bis 150°C ultrahocherhitzt wird. Mit diesem Vorgang werden alle vermehrungsfähigen Keime abgetötet, der hohe Nährstoffgehalt bleibt jedoch erhalten. Konsummilch im Lebensmittelhandel ist zudem homogenisiert. Unter hohem Druck werden die Fettröpfchen zerrissen und lagern sich danach neu zusammen. Dadurch werden Milcherzeugnisse leichter verdaulich und schmecken vollmundiger.

Aussagekräftige Etiketten
Ob die Milch per Tüte, Flasche oder Tetrapack ins Kühlregal gelangt, ist für den Genuss zweitrangig. Wichtig sind jedoch Angaben auf der Verpackung über Milchsorte, Menge, Fettgehalt, Molkerei und Haltbarkeit.

Link im Internet
www.dge.de  Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.

Foto: Deutscher Apotheker Verlag

Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung, Franziska Wartenberg

 


 
 
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