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Lebenserwartung - Alt werden ohne alt zu sein

Der Traum von der ewigen Jugend nimmt kein Ende. Doch welche Faktoren können den natürlichen Alterungsprozess tatsächlich beschleunigen oder bremsen?

Der Wunsch nach Unsterblichkeit ist im Menschen gemeinsam mit dem Todesbewusstsein verankert. Rezepte für eine ewige Jugend tauchten in allen Epochen auf. Während früher die Alchimisten nach dem "Trank der Unsterblichkeit" forschten, sind es heute Wissenschaftler, die Mittel und Wege zur Verzögerung des Alterns entdecken sollen. Verhindern lässt sich der Alterungsprozess nicht. Die Erfolge der Wissenschaft sind dennoch beträchtlich. Die aktive Zeit des Alterns, in der die Menschen ihr Leben noch mitgestalten können, hat sich verlängert. Chronische Krankheiten treten später auf und können besser behandelt werden. Es wurden viele Faktoren entdeckt, die das Altwerden beeinflussen.

Altern und Umwelt
Die Körpertemperatur beeinflusst den Stoffwechsel: je höher, desto schneller. Ein schneller Stoffwechsel produziert mehr Schadstoffe und verkürztinsgesamt das Leben. Vom Menschen wird geschätzt, dass er 200 Jahre alt werden könnte, wenn sein Stoffwechsel bei 30 °C und nicht bei 37°C funktionieren würde. Die Vorstellung einer Temperaturmanipulation ist jedoch Wunschdenken, weil unter einer niedrigen Temperatur die Enzymaktivität zu sehr leiden würde.
Energiereiche Strahlen verkürzen in höheren Dosen das Leben und sind in sehr hohen Dosen tödlich oder krebserregend. Nicht nur die Zellen, sondern auch die Erbinformationen werden geschädigt, wenn die Reparatursysteme nicht mehr ausreichen, um die Strahlenschäden zu beheben. Geringe Bestrahlung durch UV-Licht kann sich dagegen sehr positiv auf  die Lebenserwartung auswirken.

Altern und Ernährung
Sehr alte Menschen sind niemals dick, sondern immer schlank. Bei ausgewogener aber kalorienarmer Ernährung sind die Chancen auf ein langes Leben besonder hoch. Der Stoffwechsel läuft nicht auf vollen Touren und produziert auch weniger Schadstoffe. Der Sauerstoffbedarf der Zellen und damit Schädigungen durch Sauerstoff sind vermindert. Wer dann noch mediterrane Kost zu sich nimmt, hat weniger Herz-Kreislauf-Probleme und ein geringeres Risiko für eine Alzheimer-Krankheit. Kräuter, Pflanzenöle, Obst und Gemüse schützen vor Angriffen von freien Radikalen. Flavonoide aus dem Rotwein senken den Cholesterinspiegel.

Altern und Lebensstil
Sichere Rezepte für ein langes Leben gibt es nicht. Alle entscheidenden Voraussetzungen für ein hohes Alter stammen aus den Erbanlagen, die jeder Mensch von seinen Vorfahren erhält. Menschen die sehr alt werden, zeigen aber Gemeinsamkeiten im Lebensstil. Fette und träge Menschen haben kaum Chancen sehr alt zu werden, dagegen verringern Leistungssport und extreme Lebensweisen (Kettenrauchen, zu viele Genussmittel) die Lebenserwartung. Sehr alte und rüstige Menschen waren meist während ihres gesamten Lebens sowohl körperlich als auch geistig rege. Diese Aktivität muss der Mensch sich im Lauf des Lebens antrainieren, nach einem bequemen Leben plötzlich im Alter aktiv zu werden, ist ein mühseliges Geschäft.

Medizin und Anti-Aging-Produkte
Unter dem Begriff "Geriatrika" bieten die Apotheken eine breite Palette von Wirkstoffen an. Sie fördern zwar das Wohlbefinden des Einzelnen, können das Altern aber nicht verzögern. Eine Lebensverlängerung durch die Pharmazie gibt es nicht. Geriatrika müssen klar von Medikamenten der Geriatrischen Medizin unterschieden werden, mit denen chronische Erkrankungen alter Menschen behandelt werden. Davon abzugrenzen ist die Anti-Aging-Medizin, die hauptsächlich mit Vitamin- und Hormon-Cocktails arbeitet. Nachweisbare Erfolge gab es bisher nicht. Beschwerden des Alters können eventuell reduziert werden, gleichzeitig steigen mit der Hormonzufuhr aber auch die Risiken für Krebserkrankungen.

Buchtipp
Manfred Reitz
Prinzip Uhr-Gen - Wie unser Altern programmiert ist
Hirzel 2007. 248 Seiten, kartoniert. € 18,00. ISBN 978-3-7776-1302-4

Foto: Deutscher Apotheker Verlag

Quelle: Redaktion apotheken.de, Prinzip Uhr-Gen

 


 
 
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