Das Knie wird von allen Gelenken am meisten beansprucht. Kein Wunder also, dass es ab und zu überlastet ist und schmerzt. Wie kommt es dazu? Was hilft?

Das Kniegelenk verbindet Ober- und Unterschenkel. Von allen Gelenken wird es am meisten beansprucht. Bei Sprints oder Sprüngen muss es bis zu 1,5 Tonnen aushalten. Auch beim Treppensteigen übersteigt die Belastung im Gelenk das Körpergewicht um ein Vielfaches. Dementsprechend wird das Knie auch häufig verletzt. In manchen Fällen ist Selbstbehandlung gut möglich.
Das Läuferknie
Langstrecken-, Marathonläufer und Radsportler sind besonders häufig vom Läuferknie betroffen. Typisch sind Schmerzen an der Knieaußenseite, verursacht durch eine Reizung oder Entzündung der Sehnenplatte. Die Muskulatur im Hüftbereich ist meist stark verkürzt. Häufig sind außerdem O-Beine, Senkspreizfuß oder falsche Laufschuhe verantwortlich zu machen. Wer sich unzureichend aufwärmt, sich unzureichend dehnt, das Training zu schnell steigert und auf zu hartemUntergrund läuft, ist eher betroffen. Bei akutem Schmerz wird das Knie am besten mit Eis gekühlt und mit einer entzündungshemmenden Salbe eingerieben. Zur langfristigen Heilung müssen die Beinmuskeln mehrmals täglich gedehnt werden. Noch besser ist eine gezielte Krankengymnastik und gegebenenfalls Elektrotherapie. Eisabreibungen, Wechselbäder und Wärmepackungen regen den lokalen Stoffwechsel an und unterstützen die Behandlung. Laufstil und Laufschuhe sollten überprüft werden. Bei Fehlstellungen von Beinen und Füßen helfen Einlagen. Nach Abklingen der Schmerzen, kann langsam wieder mit dem Lauftraining begonnen werden.
Vorderer Knieschmerz
Schmerzen im Bereich der Kniescheibe weisen auf ungewohnte Belastungen hin, zum Beispiel langes Bergab-Laufen, Schuhe mit hohen Absätzen oder langes Sitzen mit gebeugten Knien. Häufige Ursache ist eine verkürzte oder auf der Innenseite abgeschwächte Oberschenkelmuskulatur, eineFehlfunktion des Bandapparates oder eine Fehlstellung der Kniescheibe. Bei vorderem Knieschmerz muss das Knie geschont werden. Lindernd wirken kühlende, entzündungshemmende Salben und Tabletten, Eis- und Quarkauflagen. Langfristig fördert Physiotherapie Muskelaufbau, Dehnung und Durchblutung. Gelegentlich werden auch Hyaluronsäure-Spritzen ins Gelenk empfohlen. Da bei der Injektion Bakterien in das Gelenk gelangen könnten, sollte das gut überlegt sein.
Meniskusriss - meist durch Verschleiß
Der Miniskus ist die Knorpelscheibe zwischen Ober- und Unterschenkelknochen. Durch Verschleiß und Unfälle entstehen Einrisse und verursachen stechende Schmerzen auf der Innenseite des Kniegelenkes. So ein Riss heilt nicht von selbst, meistens ist eine kleine Operation nötig. Dabei wird versucht den Meniskus zu glätten oder zu reparieren. Zerfaserte Teile des Meniskus werden meist ohne Funktionsverlust entfernt.
Kreuzbandriss - oft unerkannt
Zwei Kreuzbänder - ein vorderes und ein hinteres - verlaufen vom Oberschenkelknochen zum Schienbein und stabilisieren das Knie. Der Kreuzbandriss gehört zu den häufigsten Sportverletzungen. Er kann jedoch über Jahre unerkannt bleiben, wenn keine Beschwerden auftreten. Folge der Verletzung können Knorpelschäden sein, und meistens entwickelt sich innerhalb von einigen Jahren eine Arthrose. Durch Kraft- und Konditionstraining lässt sich die Beinmuskulatur stärken und das Kniegelenk stabilisieren. Sportliche Menschen lassen sich eher operieren, wobei das Kreuzband ersetzt wird.
Abnutzung des Knorpels führt zur Arthrose
Durch Jahrzehntelange Abnutzung der Knorpelschicht entwickelt sich eine schmerzhafte Entzündung im Gelenk: die Arthrose. Am häufigsten ist das Hüftgelenk betroffen, gefolgt vom Kniegelenk und dem Fußgelenk. Übergewicht und Verletzungen an Bändern und Knochen begünstigeneine Arthrose. Erste Warnzeichen sind Schmerzen, zum Beispiel der Anlaufschmerz nach längerer Ruhephase. Mit der Bewegung lässt der Schmerz nach. Anschwellen und Überwärmung des Gelenkes sind weitere Symptome. Knorpel bildet sich nicht neu, ein Schaden sollte daher schnell behandelt werden, um die Folgen einzudämmen. Regelmäßige, sanfte Bewegung ist dabei sehr wichtig, zum Beispiel Radfahren oder Schwimmen. So wird der erkrankte Knorpel adäquat mit Nährstoffen versorgt. Entzündungshemmer, Cortisonpräparate und Knorpelaufbaupräparate können die Therapie unterstützen. Hyaluronsäure kann als Gelenkschmiere eingesetzt werden. Wenn alles andere nicht mehr hilft, muss operiert werden. Der Knorpel wird dabei geglättet. Ist der Schaden groß, bleibt nur das künstliche Kniegelenk.
Link im Internet
www.deutsches-arthrose-forum.de Deutsches Arthrose-Forum
Foto:DAK
Quelle: PTAheute, Dr. Ingo Blank
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