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Impfung bei Kindern - Auffrischung nicht vergessen

Warum sind Impfungen gegen Masern, Mumps und Windpocken so wichtig? Die scheinbar harmlosen Kindererkrankungen können zu schweren Komplikationen führen.

Die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO (Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut) sehen vor, dass Kinder ab dem vollendeten 2. Monat gegen Tetanus, Diphterie, Kinderlähmung (Polio), Keuchhusten (Pertussis), Hepatitis B und Haemophilus influenzae Typ b vorzugsweise mit einem Sechsfachimpfstoff geimpft werden. Wiederholt wird diese Impfung nach dem vollendeten 3., 4. sowie dem 11.-14. Monat. Seit 2006 wird außerdem die Impfung gegen Pneumokokken empfohlen, die gleichzeitig mit der Sechsfachimpfung verabreicht werden kann. Der Pneumokokken-Impfstoff hat kürzlich auch die Zulassung als Prävention der Mittelohrentzündung erhalten.

Impfkalender- Immunschutz vollständig?

Ohne Zweitimpfung kein Schutz
Ab dem 11. - 14. Monat steht die Impfung gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken an. Dafürsteht ein Vierfachimpfstoff zur Verfügung. Eine zweite Impfung mit diesem Impfstoff ist nach 4 - 6- Wochen fällig. Untersuchungen belegen, dass die erste Impfung zwar von 94 Prozent der Eltern wahrgenommen wird, zur zweiten notwendigen Impfung kommen aber nur noch 66 Prozent der Kinder. Fehlt die zweite Impfung ist der Schutz nicht ausreichend, und es kann zu Masernepidemien wie zurzeit in Nordrhein-Westfalen kommen. In den gleichen Zeitraum fällt auch die Impfung gegen Meningokokken C. Meningokokken sind Bakterien, die eine Gehirnhautentzündung verursachen können. Zur gleichzeitigen Gabe mit anderen Impfstoffen verweist die STIKO - und das ist seit Juli 2007 neu - jetzt auf die jeweiligen Fachinformationen.

Neu: Impfung gegen HPV
Als Standardimpfungfür Mädchen hat die STIKO im März 2007 die Impfung gegen das humane Papillomavirus (HPV) neu aufgenommen. Das humane Papillomavirus kann Gebärmutterhalskrebs verursachen. Geimpft werden sollen alle Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren. Die Grundimmunisierung erfolgt durch drei Impfdosen nach dem Schema: 0, 2 und 6 Monate, möglichst vor dem ersten Geschlechtsverkehr.

Auffrischung nicht vergessen
Auffrischungsimpfungen gegen Tatanus, Diphterie und Keuchhusten sollten im Alter von 5 - 6 Jahren sowie im Alter von 9 -17 Jahren vorgenommen werden. Viele Impfungen können bei den regulären Kinderuntersuchungsterminen (U-Untersuchungen) durchgeführt werden, damit lassen sich Arzttermine einsparen. Dies gilt für die U4 (3. - 4. Monat). die U5 (6. - 7. Monat), die U6 (10. - 12. Monat), die U9 (5 - 6 Jahre) und die J1 (14. Lebensjahr).

Indikationsimpfungen gegen Rotaviren und FSME
Vielleicht fragenbesorgte Eltern sich: Soll ich mein Kind gegen Rotaviren impfen lassen? Braucht mein Kleinkind FSME-Schutz (Frühsommer-Meningoenzephalitis)? Diese beiden Impfungen sind von der STIKO nicht als Standard vorgesehen, die Notwendigkeit muss also in Absprache mit dem Kinderarzt geprüft werden. Säuglinge, die in Kindereinrichtungen betreut werden, sollten eventuell gegen Rotaviren geimpft werden. Das geht nur zwischen der 6. und 26. Lebenswoche und die Kassen übernehmen nicht automatisch die Kosten. Allerdings lohnt sich ein Antrag auf Kostenübernahme. In FSME-Risikogebieten kann ab dem vollendeten 1. Lebensjahr geimpft werden. Kinder unter drei Jahren reagieren häufiger mit Fieber auf die Impfung als ältere Kinder. Auch hier empfiehlt sich eine individuelle Beratung beim Kinderarzt.
Links im Internet
www.rki.de  Robert Koch-Institut
www.kindergesundheit-info.de Informationsseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
www.gesundes-kind.de Informationsseite der Firma GlaxoSmithKline
www.spmsd.de Informationsseite der Firma Sanofi Pasteur MSD

Foto: Deutscher Apotheker Verlag

Quelle: PTAheute, Dr. Iris Hinneburg

 


 
 
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