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Effektive Wege in ein rauchfreies Leben

Nichtraucherschutz ist gut, Raucherentwöhnung noch besser. Sie hilft allen Menschen gesundheitliche Schäden durch Rauchen von sich abzuwenden.

Viele Wege führen zu einem Leben als Nichtraucher. Einer davon ist die Nicotinersatztherapie. Sie verdoppelt die Erfolgschancen für einen Rauchaufgabeversuch. Sie besitzt im europäischen Ausland einen weitaus höheren Stellenwert als in Deutschland. Mehr als hundert wissenschaftliche Untersuchungen haben eindeutig positive Ergebnisse zu Wirksamkeit und Sicherheit geliefert. Die WHO, das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) und die Stiftung Warentest empfehlen daher die Nicotinersatztherapie zur Raucherentwöhnung. Pflaster, Kaugummi und Lutschtabletten kommen in Frage. Die Dosierung richtet sich nach der Zahl der zuvor gerauchten Zigaretten. Die Entzugserscheinungen verschwinden und das Verlangen nach der Kippe wird schwächer.

Arzneimittel gegen Kippen
Ein neues verschreibungspflichtiges Medikament enthält den Wirkstoff Vareniclin und kann eingesetzt werden, um das Rauchverlangen und die Entzugserscheinungen zu vermindern. Die häufigste Nebenwirkung ist Übelkeit zu Beginn der Behandlung. Nach einem Jahr ist die Nichtraucherquote 2,5 bis 3-mal höher als mit Placebo. Ein anderer Wirkstoff gegen das Rauchverlangen ist Bupropion. Nach etwa zwei Wochen setzt die Wirkung ein. Als Nebenwirkungen treten Schlaflosigkeit, trockener Mund, Verstopfung und Übelkeit auf. Dafür verdoppelt sich die Chance, nach einem Jahr noch Nichtraucher zu sein im Vergleich zu einem Placebo.

Verhaltenstherapie und Nichtraucherkurse
Ziel von Kursen und Verhaltenstherapie ist es, Verführungssituationen zu erkennen und zu kontrollieren. Meist finden bis zu 10 Gruppen-Sitzungen statt. Die Aufhörwilligen unterstützen und motivieren sich gegenseitig. In Kombination mit Nicotinersatztherapie oder Medikamenten ist dieses Vorgehen ebenfalls sinnvoll und wird zum Teil auch von den Kassen finanziert. Die Erfolgsquoten lagen in kontrollierten Studien bei 20 bis 30 Prozent nach 12 Monaten.

Akupunktur und Hypnose
Durch Nadelstiche soll der Wille gestärkt werden, den Versuchungen des Nicotins zu widerstehen. Kurzfristig konnte die Nichtraucherquote in einer Studie um 36 Prozent steigen. Ein Langzeitnutzen zeigte sich nicht, darum ist Akupunktur keine Kassenleistung zur Raucherentwöhnung. Das gilt ebenso für die Hypnose, die zur Raucherentwöhnung wissenschaftlich kaum untersucht ist. Durch Suggestion soll der Wunsch nicht zu rauchen gefestigt werden. In vier bis fünf Sitzungen wird das Unterbewusstsein auf Erfolg trainiert. Eine Studie ergab eine doppelte Abstinenzrate mit Hypnose, Verhaltenstherapie und Nicotinpflaster im Vergleich zu Nicotinpflaster und Verhaltenstherapie.  

Notfallhilfe
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) setzt ein speziell geschultes, multidisziplinäres Team zur Raucherentwöhnung ein. Auch an Wochenenden und Feiertagen helfen die Experten Nichtrauchern per Telefon einen Rückfall zu vermeiden. Die Erfolgschancen sollen um ein Drittel steigen. Je häufiger jemand anruft, desto wahrscheinlicher kann er die Fallstricke ehemaliger Raucher vermeiden. Im Notfall also 01805 / 313131 wählen.

Links im Internet
www.nichtraucher.de Nichtraucher-Portal
www.rauchfrei-info.de Informationsseite der BZgA
 
Foto: DAK / Wigger

Quelle: PTAheute

 


 
 
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