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Depression - Wenn Stimmungstiefs das Leben prägen

Jeder zehnte Mensch muss im Laufe seines Lebens wegen Depressionen behandelt werden. Wichtig ist das Verständnis, dass es sich um eine Krankheit handelt.

Nicht jedes Gefühl von Traurigkeit oder Stimmungstief ist gleich eine Depression. Doch wenn Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit über Wochen, Monate oder sogar Jahre andauern, dann liegt eine ernsthafte seelische Erkrankung vor. Depressive Menschen sind oft auch selbstmordgefährdet. Ihre Gedanken kreisen unaufhörlich um die gleichen Themen der eigenen Wertlosigkeit und Schlechtigkeit. Das ist eine Qual, die für die Betroffenen endlos erscheint.

Warnzeichen beachten
Depression wird oft nicht als Traurigkeit, sondern als innere Leere empfunden. Oft treten Schlafstörungen, Antriebslosigkeit und Erschöpfung hinzu. Betroffene finden kaum Ruhe, wachen oft am frühen Morgen auf. Sie grübeln und werden von Ängsten gequält. Der Alltag ist ohne Freude: Depressive verlieren Appetit, Lust und Interesse an ihren früheren Freizeitaktivitäten. Statt der gedrückten Stimmung werden häufig körperliche Beschwerden ausgedrückt. Kopf- und Bauchschmerzen führen Betroffene zum Arzt.

Auslöser nicht immer erkennbar
Körperliche Erkrankungen oder äußere Umstände können Depressionen auslösen: Tod eines nahestehenden Menschen, berufliches Scheitern, Krebsdiagnose, aber auch Geburt eines Kindes, Heirat oder Beförderung. Warum manche Menschen auf solche Lebensereignisse mit Depression erkranken und andere nicht, ist bislang nicht geklärt. Depression braucht auch nicht immer einen akuten Anlass. Sie tritt bei manchen Menschen schleichend ins Leben, bis dieses nur noch grau erscheint.

Vieles muss zusammen kommen
Die genauen Vorgänge und Ursachen bei Depression sind nicht klar. Wissenschaftler vermuten eine Kombination aus biologischen, psychologischen und sozialen Ursachen. Depression wird vonden Experten nach Schweregrad unterteilt. Bei schweren Erkrankungen wird mit Medikamenten und begleitender Psychotherapie behandelt.

Unterstützung statt Druck
Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung steigt außerdem mit dem Alter. Wer von Depressionen geplagt wird, sollte seiner Umwelt signalisieren, dass er oder sie Hilfe braucht, denn alleine lässt sich diese Erkrankung kaum überwinden. Ein mitfühlender Umgang mit den Kranken ist dann die Basis der Behandlung. Familie und Freundeskreis sollten sich informieren, damit sie richtig reagieren können. Ungeduldige Bemerkungen wie "Reiß dich zusammen" oder "Das ist doch alles halb so schlimm" sind fehl am Platz. Sie bestärken bei Depressiven das Gefühl versagt zu haben. Statt dessen können beispielsweise fest vereinbarte Termine für regelmäßige Spaziergänge eine wichtige Unterstützung sein. Da depressive Menschen wenig eigenen Antrieb haben, solltenAngehörige mit darauf achten, dass alltägliche Abläufe beibehalten, Arzttermine wahrgenommen und Medikamente eingenommen werden.
Buchtipp
Volker Faust, Schwermut
Hirzel 1999. 155 Seiten, kartoniert. € 14,30. ISBN 978-3-7776-0965-2

Links im Internet
www.kompetenznetz-depression.de Kompetenznetz Depression
www.dgbs.de Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V.


Foto: Deutscher Apotheker Verlag

Quelle: www.apotheken.de

 


 
 
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